Im Interview: Szilvi Haggenmiller

Sport ist ihre Leidenschaft, ihre Liebe gehört allerdings ganz ihrer Familie. Nach Stationen in Brasilien und Mexiko haben Szilvi Haggenmiller und ihre Liebsten ihr Zuhause im österreichischen St. Gilgen am Wolfgangssee gefunden. Neben ihrer Rolle als zweifache Mutter ist die sportbegeisterte Kosmopolitin gerade dabei ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Wir trafen das Sprachentalent zum exklusiven REYER & Friends Interview in unserem Fashion Store in Hallein. Erfahren Sie in welcher Sprache die gebürtige Ungarin aktuell träumt, weshalb bei Schokolade alle Hemmungen fallen und die deutschen Wurzeln ihres Mannes in puncto Aufräumen noch nicht ganz auf sie abgefärbt haben.

Szilvi Haggenmiller im Gespräch bei Sport & Mode REYER in Hallein
Szilvi Haggenmiller im Gespräch bei Sport & Mode REYER in Hallein

Was verbindet Sie mit REYER?
 
Ich habe REYER durch eine Bekannte kennengelernt. Als wir 2007 noch in Brasilien lebten, waren wir über Weihnachten zu Besuch in Salzburg und ich brauchte eine Skihose. Ich habe mich dann auf Anhieb in das Geschäft verliebt. (lacht) Es ist einfach einzigartig: die Atmosphäre und die verschiedenen Stile in den Abteilungen. Ich habe ehrlich gesagt auf der ganzen Welt noch kein Geschäft gefunden, wo die unterschiedlichen Stile so schön zusammenfinden.
Die Familie selbst kenne ich durch diverse Veranstaltungen, die wir durch den Beruf meines Mannes besuchen.
 
Was ist Ihr persönlicher REYERlook?
 
Lässig, aber nicht zu sportlich. Elegant gefällt mir wahnsinnig gut, aber dadurch, dass ich zwei kleine Kinder habe, bietet sich nicht so oft die Möglichkeit etwas Elegantes anzuziehen. Wenn ich dann einmal die Gelegenheit dazu habe, ergreife ich sie umso lieber. (lacht)

Sie haben bereits in unterschiedlichen Ländern und Städten gelebt. Welches Land würden Sie gerne noch bereisen?
 
Mexiko. Mexiko war unser Traumland. Wir haben zwei Jahre in Mexiko gelebt, mein Mann sogar drei. Als wir durch die Arbeit meines Mannes nach Brasilien umziehen mussten, hat unser Herz geblutet. Die Leute, wir haben nach wie vor sehr viele Freunde in Mexiko, das Essen, das Land – es ist einfach fantastisch. Aber mit zwei kleinen Kindern möchte ich nicht in Mexiko wohnen müssen. Zurück auf jeden Fall immer wieder gerne, um Urlaub zu machen oder um Freunde zu besuchen.
 
Entspannung oder Power Workout?
 
Power Workout. (lacht) Obwohl ich seit Dezember mehr Yoga und Pilates praktiziere. Generell ist das zwar eher Entspannung, aber ich mache daraus Power Yoga. (lacht) 
 
Sie sind Ungarin: In welcher Sprache träumen Sie?
 
Das habe ich auch schon oft überlegt. (lacht) Das ist immer unterschiedlich. Zuerst habe ich ganz klar immer Ungarisch geträumt. Als wir in Mexiko gewohnt haben, habe ich Spanisch geträumt. Dann musste ich für unseren Umzug nach Brasilien ein Jahr lang Portugiesisch lernen – da habe ich dann auch Portugiesisch geträumt, weil die Sprache so intensiv in meinem Kopf war. Seitdem wir in Österreich leben, träume ich 50/50 Deutsch und Ungarisch. Momentan beschränkt es sich aber nur auf diese beiden Sprachen. (lacht)
 
Ihr Stil – elegant oder casual?
 
Casual. Mit der Zeit ändert sich der Stil. Als ich noch in Ungarn gelebt und gearbeitet habe, habe ich jeden Tag Elegantes angezogen, auch am Wochenende. Aber jetzt, seit eigentlich sieben Jahren, trage ich casual.
 
Budapest oder Salzburg?
 
Budapest. Salzburg ist eine wunderschöne Stadt, aber Budapest ist einfach meine Heimat. Ansonsten liebe ich St. Gilgen, weil wir dort wohnen. (lacht)
 
Welche Persönlichkeit würden Sie gerne einmal kennenlernen?
 
Albert Einstein.
 
Worauf könnten Sie niemals verzichten?
 
Auf Sport. Ohne Sport wäre ich nicht mehr dieselbe. Obwohl ich mit den Kindern viel zu tun habe, schaue ich darauf, fast jeden Tag etwas zu machen. Dann stehe ich lieber früher auf oder so.

Kleid oder Hose?
 
Beides. (lacht)
 
Was ist Ihr persönlicher Lieblingsplatz?
 
Da gibt es mehrere. Zum einen den Mozartblick in St. Gilgen. Ich gehe dort sehr oft wandern, eigentlich fast jeden Tag, wegen diesem tollen Ausblick. Dann in St. Gilgen, wo wir wohnen. In Ungarn habe ich noch so einen Lieblingsplatz. Das ist ein Weingebiet namens Káli Medence. Ich bekomme jedes Mal Gänsehaut, wenn ich dort bin. Die Gegend rund um dieses Tal ist einfach einzigartig, das muss man gesehen haben. Das ist einer meiner absoluten Lieblingsplätze. Mein Mann als Deutscher hat sich auch schon in diese Gegend verliebt. Deshalb fahren wir auch jedes Jahr im Sommer dorthin.
 
Waren Sie schon immer sportlich?
 
Ja. Ich habe mit Hochsprung und Athletik angefangen, das war allerdings ein Muss von der Schule aus. Als Kind bin ich in Ungarn auch jahrelang geschwommen, sogar Wettbewerbe. Allerdings konnte ich mir erst mit 18 Sportarten aussuchen, die ich wirklich machen wollte. Ich habe dann vieles ausprobiert.
 
Was stellt Sie immer wieder vor neue Herausforderungen?
 
Meine Kinder. (lacht) Sie sind gerade in einem Alter, in dem sie sich täglich ändern. Dabei ist es eine Herausforderung, dass ich immer einen gleich guten Kontakt zu ihnen habe. Schließlich habe ich wie jeder auch mal schlechte Tage.
Mir ist es besonders wichtig, dass die Kinder mit einem positiven Gedanken ins Bett gehen. Man muss einfach jeden Tag genießen, das ist so wichtig. Ich versuche so zu leben und auch meine Kinder danach zu erziehen, dass sie auch in Kleinigkeiten das Positive sehen. Dass sie nicht nur auf Sommer- oder Winterurlaube warten, sondern sich auch an einem ganz normalen (Schul-)Tag, wenn es regnet oder wir nur Reis mit Fischstäbchen gegessen haben, freuen. Ich möchte meinen Kindern vermitteln, dass es nicht selbstverständlich ist, so wohlbehütet, mit einer Familie und einem Haus, einem Dach über unserem Kopf, aufzuwachsen. Ich fahre regelmäßig nach Ungarn um ein Waisenheim zu besuchen, für das wir immer unterschiedliche Sachen sammeln. Ich rede mit meinen Kindern genauso über solche Themen, damit sie verstehen, dass diese 40 Kinder ohne Familie oder Eltern aufwachsen müssen und sie einfach zu schätzen wissen, was sie haben.
 
Ihr verborgenes Talent?
 
Irgendwie spüre ich alles, was passieren wird. Das habe ich leider von meiner Mama geerbt. Ich sage meiner Familie immer, dass sie keine Geheimnisse haben oder etwas Schlimmes anstellen sollen, weil ich das immer weiß. Ob diese Eigenschaft nun gut oder schlecht ist, kann ich nicht sagen. Ansonsten denke ich, bin ich vielseitig und offen gegenüber neuen Sachen. Ich probiere gerne Neues aus, so wie Yoga und Pilates. Das möchte ich in Zukunft auch anderen Leuten beibringen.
 
Sie absolvieren gerade eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin. Ist bei Ihnen Naschen dennoch erlaubt?
 
Doch. Seit sieben Jahren nasche ich leider jeden Abend. Ich achte den ganzen Tag sehr darauf, was ich esse und ich versuche mich dabei sehr gesund zu ernähren. Aber seit meiner ersten Schwangerschaft ist es bei mir ab 21 Uhr abends vorbei. Da fallen alle Hemmungen und ich darf alles: Schokolade, Süßes, .... Man sieht es nur nicht, weil ich so viel Sport mache. (lacht)
Bei meinen Kindern achte ich darauf, dass es sich die Balance hält. Die beiden naschen auch jeden Tag, aber dafür müssen sie vorher frische Gemüse- und Fruchtsäfte trinken, die ich mache.

Wie meistern Sie den Spagat zwischen Ihrer Ausbildung und Ihrer Rolle als Zweifach Mutter?
 
Dadurch, dass die Kinder in der Schule und im Kindergarten sind, habe ich den ganzen Vormittag für mich um meine Sachen zu erledigen. Für meine Ausbildung muss ich manchmal auch in der Nacht lernen, aber das mache ich für meine Zukunft. Ich wollte schon vor ein paar Jahren wieder zu arbeiten beginnen, aber da unsere Familien in München und Budapest leben, habe ich keine familiäre Hilfe. Mein Mann und ich wollten unsere Kinder einfach nicht durch Babysitter erziehen lassen. Mittlerweile genieße ich die Zeit mit den Kindern umso mehr. Ich sehe, dass die Zeit so wahnsinnig schnell vergeht und sie mich immer weniger brauchen – deshalb ist diese Zeit so kostbar. In drei oder vier Jahren möchte ich dann allerdings wieder richtig zum Arbeiten anfangen. Es ist auch wichtig, dass ich Sachen für mich mache und die ich auch gerne mache. Wenn die Kinder dann einmal ausfliegen, muss ich für mich selbst auch etwas haben. Aber momentan genieße ich einfach umso mehr die Zeit, die ich mit meinen Kindern habe. Ich bin so dankbar dafür, dass ich jetzt nicht arbeiten muss und die Zeit mit den Kindern verbringen kann – das ist ein Privileg.
 
Worin haben Sie sich in den letzten zehn Jahren am meisten verändert?
 
Ich bin wesentlich selbstbewusster geworden. Früher war ich eher schüchtern und zurückhaltend. Ich bin so dankbar für meinen Mann. Er ist wahnsinnig offen und kann mit jedem reden – das hat auch auf mich abgefärbt. (lacht) Durch seinen Beruf haben wir in unterschiedlichen Ländern gelebt, wodurch ich nicht nur die Sprachen sondern auch viele interessante Leute kennengelernt und Freunde gefunden habe. Dadurch fühle ich mich nirgendwo verloren – ich weiß, dass ich mit jedem kommunizieren kann. Egal ob mit einer Verkäuferin auf dem Markt oder dem Präsidenten von Mexiko – sobald die Leute merken, dass man ihre Sprache beherrscht oder bemüht ist, ihre Sprache zu lernen, hat man ihre Herzen erobert. Ich habe es jedenfalls so in Mexiko erlebt. Das hat mein Selbstbewusstsein wahnsinnig gestärkt.
Ich bin und das ist sehr wichtig, durch meinen Mann viel ordentlicher geworden. Er ist Deutscher – da merkt man eben die deutsche Gründlichkeit. (lacht) Obwohl ich die CDs, seiner Meinung nach, noch immer nicht richtig aufräumen kann – aber das ist nun mal so. (lacht)




Wie hat sich Ihr Stil über die Jahre verändert?

Früher habe ich mich eleganter gekleidet, insbesondere als ich noch gearbeitet habe. Ich habe in Ungarn Wirtschaft studiert und dann in einer Privatklinik gearbeitet. Da habe ich jeden Tag hohe Schuhe und Kostüme getragen. Wegen der Kinder trage ich mittlerweile fast nur noch legere Kleidung. Über die Jahre sind die Schuhe dann auch immer flacher geworden. (lacht) Gerade bei REYER finde ich es so toll, dass man chice lässige Sachen findet. Früher gab es immer nur Jeans und weiße T-Shirts, wenn man mit den Kindern zum Spielplatz gehen wollte. Natürlich fühle ich mich auch in legeren Outfits wohl, aber eben auch in eleganten. Das kommt sicherlich daher, dass ich mich, vor allem auch durch meinen Sport, in meiner Haut wohlfühle, egal was ich anhabe. Es kommt einfach darauf an, dass man sich im Inneren wohlfühlt. Ansonsten kannst du anhaben was du willst, solange du dich nicht wohlfühlst, bringt das alles nichts.

Laufen oder Gehen?

Momentan darf ich leider nur gehen, aber ansonsten definitiv laufen. Das habe ich auch immer mit dem Kinderwagen gemacht, egal ob bei Schnee oder bei Regen. Wenn ich gehe, dann immer bergauf, alles andere finde ich langweilig – es muss mich schon herausfordern. (lacht)

Handtasche oder Rucksack?

Handtasche, am liebsten eine große in die alles hineinpasst. Wegen der Kinder muss ich ja viel mit mir mitnehmen.

Ihr Mann ist als Manager beruflich erfolgreich. Pflegen Sie besondere Rituale um dennoch genügend Zeit als Familie verbringen zu können?

Meinem Mann ist es sehr wichtig Zeit als Familie zu verbringen. Da wir beide keine Familie in der unmittelbaren Umgebung haben, ergibt sich das aber automatisch, dass man mehr als Familie macht – egal ob beim Wandern oder einem Ausflug. Das wäre wahrscheinlich anders, wenn die Omas in der Nähe wohnen würden. Natürlich haben wir von Anfang an darauf geachtet, dass unsere Kinder eine gute Beziehung zu ihren Omas haben und dort auch einmal Zeit verbringen können. Wir wollen schließlich auch mal Zeit als Paar und nicht immer nur als Eltern verbringen. Wir fahren dann immer wieder mal für ein paar Tage nur zu zweit weg. Da mein Mann aber so ein großer Familienmensch ist, vergisst er gerne auf seine eigenen Bedürfnisse. Ich muss ihn immer wieder daran erinnern, auch mal etwas nur für sich zu machen, zum Beispiel Radfahren oder so. Das ist nämlich genauso wichtig und gehört dazu, etwas nur für sich alleine zu machen.

Was wünschen Sie sich für Ihre Kinder?

In erster Linie Gesundheit, das ist das Wichtigste. Natürlich wünsche ich mir für sie auch Glück, Liebe und Erfolg – einfach nur das Beste.

Zukunft oder Gegenwart?

Gegenwart. Ich möchte nicht allzu sehr in die Zukunft schauen, weil man sie leider ohnehin nicht beeinflussen kann. Es passieren jeden Tag so viele schlimme Dinge, die ich nicht beeinflussen kann. Wenn ich an die Zukunft denke, bereitet mir das Sorgen. Nicht so sehr für meine Generation, sondern für die meiner Kinder – das beunruhigt mich schon. Deshalb schaue oder lese ich bewusst keine Nachrichten, die man ja dennoch irgendwie durch alle Medien wie Radio oder so mitbekommt.

Mode ist ...?

... mir nicht so wichtig. Ich habe meinen eigenen Stil, den ich trage. Daher muss ich mich jetzt nicht so sehr nach der neuesten Mode richten, obwohl ich mir gerne Modejournale anschaue. Ich finde es einfach schöner, wenn jeder seinen individuellen Stil hat. Ich habe zum Beispiel noch Sachen, die ich mit 20 getragen habe. Die hebe ich für meine Tochter auf, die mit ihren 5 Jahren schon gerne die Schuhe der Mami tragen würde. (lacht)

Vielen Dank für dieses Interview.