Im Interview: Georg Bachler

Georg „Joe“ Bachler treibt als Unternehmensberater meist andere, aber vor allem sich selbst zu Spitzenleistungen an. Neue Herausforderungen nimmt der gebürtige Abtenauer sportlich, schließlich erklimmt er seit seiner frühesten Jugend die Gipfel der mitunter höchsten Berge der Welt. Joe Bachler hat mehrere 8000er bezwungen sowie mehr als 40 Erstbegehungen unternommen. Im exklusiven Interview verriet uns der versierte Bergsteiger was ihm immer wieder aufs Neue die Luft zum Atmen nimmt und weshalb er stets mit leichtem Gepäck reist. 


Georg "Joe" Bachler in der Sportabteilung von Sport & Mode REYER
Georg "Joe" Bachler in der Sportabteilung von Sport & Mode REYER

Welche Seilschaft verbindet Sie mit REYER?
 
Die Familie meiner Frau kommt bereits seit mehr als 40 Jahren zu Reyer – es besteht also eine sehr lange Seilschaft. Ich selbst komme ebenfalls schon seit mehreren Jahrzehnten zu Reyer, hier fühle ich mich gut aufgehoben und beraten. Es ist wie in einer guten Seilschaft, bei der man sich auf seinen Partner verlassen kann.
 
Motivation oder Inspiration?
 
Beides. Motivation hat für mich etwas mit (innerer) Absicht zu tun. Ich gehe zu etwas hin, weil ich etwas haben, erreichen oder erleben will – das ist Motivation. Wenn ich hierher komme, finde ich Inspiration. Ich werde, von der Art und Weise wie etwas präsentiert wird, beeindruckt, wie die Menschen miteinander umgehen, wie man spricht – das ist eine äußerst positive Inspiration.
 
Lassen Sie sich lieber von einem Mann oder einer Frau beraten?
 
Das ist mir relativ egal, solange ich das Gefühl habe, dass die Beratung ehrlich ist und dass man auf mich, meinen Stil und meine Wünsche eingeht. Einzigartig ist natürlich euer Hannes – der ist großartig.  
 
Was ist das Statussymbol dieser Zeit?
 
Ein negatives Statussymbol ist für mich diese ganze iPhone Manie. Man kommuniziert nicht mehr direkt miteinander, sondern nur mehr über diese Geräte – eine bedenkliche Entwicklung wie ich finde. Deshalb sind Interdependenzen umso wichtiger, dass man aufeinander zugeht, Vertrauen hat, sich in die Augen schaut und füreinander da ist.
 
Halten Sie Versprechen, die Sie einmal gemacht haben?
 
Ja, denn das habe ich in meinen vielen Jahren als Extrembergsteiger gelernt. Wenn man sich etwas ausmacht, dann ist das einfach einzuhalten, weil sich die anderen schließlich darauf verlassen. Diese Verlässlichkeit, Vereinbarungen einzuhalten, ist einfach enorm wichtig. Reyer ist für mich ein positives Beispiel: Die halten das ein, was sie versprechen.



Was nimmt Ihnen die Luft zum Atmen?
 
Die Höhe in den Bergen (lacht). Bei den 8000ern habe ich immer geschnauft, natürlich immer ohne Sauerstoffgerät. Es hat viele Vorteile, aber auch viele Nachteile sich ohne Sauerstoffgerät in solche Höhen zu begeben. Die Luft wird ab einer gewissen Höhe sprichwörtlich dünn, weshalb dann auch das Atmen schwerfällt. Ansonsten nimmt mir selten etwas den Atem. Ich habe gelernt die Dinge so zu akzeptieren, wie sie nun einmal sind. Ob sie mir nun passen oder nicht, ist dabei eine andere Geschichte.
 
Rucksack oder Reisekoffer?
 
Beides. Als Unternehmensberater bin ich mit Reisekoffer und als Bergsteiger natürlich mit Rucksack unterwegs. Ich liebe aber bei beidem leichtes Gepäck. Leicht jetzt nicht nur im Sinne von Minimalismus, sondern vielmehr im Sinne von Wissen, worauf es ankommt und was wirklich zählt. Die wichtigen Dinge von den unwichtigen zu unterscheiden, ist eine Lebenskunst, fast schon eine Weisheit.
 
Körper oder Geist?
 
Eindeutig Geist. Der Geist ist der wesentlichste Faktor bei einem Menschen. Er bestimmt die körperlichen Fähigkeiten. Der Körper sollte natürlich in Ordnung sein, aber noch viel wichtiger ist, dass der Geist in Ordnung ist. Ein wacher, ein beweglicher Geist inspiriert den Körper. Der Körper ist Ausdruck des guten Geistes.  
 
Jung oder alt?
 
Beides. Da wären wir wieder beim Geist: Ein junger Geist bedeutet aufgeschlossen und agil zu sein. Im Geist alt zu sein ist ebenfalls wunderbar – schließlich bringt das viel Erfahrung mit. Jung zu sein ist im Allgemeinen immer schön, allerdings nur eine Illusion. Jung zu sein ist nämlich nur ein Augenblick, der vergeht.
 
Lieber am Berg oben oder unten im Tal?
 
Der Berg oben hat eigentlich nur Sinn, weil es das Tal unten gibt. Es wäre sicher nicht interessant nur oben zu sein und immer nur von oben die Dinge zu betrachten. Genauso verhält es sich auch im Leben: Immer nur oben zu sein, ist Illusion, denn jeder scheitert einmal auf die eine oder andere Weise. Und manchmal braucht es genau das um wieder eine neue Perspektive zu gewinnen. Der alte Laotse hat bereist vor 4500 Jahren schon gesagt: „Hoch steht auf Tief“. Wenn ich hoch hinauf möchte, brauche ich ein gutes Fundament, eine gute Basis – und so ist es im ganzen Leben.
 
Wem würden Sie Ihr Leben anvertrauen?
 
Menschen, die vertrauenswürdig sind. Wenn jemand Verlässlichkeit ausstrahlt, dann würde ich demjenigen auch mein Leben anvertrauen. Hier spielt sich ja etwas Interessantes ab: mit meinem Vertrauen stärke ich das (Selbst-)Vertrauen meines Gegenübers, wodurch dieser auch solch einer Aufgabe gewachsen ist. Deshalb kann man auch jemandem ohne Angst vertrauen, sogar sein Leben anvertrauen.

Anzug oder Sportausrüstung?
 
Zurzeit trage ich vermehrt Anzüge, die hauptsächlich vom Reyer sind – die schauen einfach gut aus (lacht). Ansonsten ist mir bei Sportbekleidung wie auch bei Business Kleidung der Tragekomfort sehr wichtig.
 
Seil oder Faden?
 
Eindeutig Seil, denn ein Seil ist für mich Symbol für Berg, für Stärke. Bei einem Seil habe ich etwas in der Hand, ich habe etwas im Griff. Mit einem Faden verbinde ich eine Geschichte aus meiner Kindheit und die endete mit einem Sturz – zum Glück meinem einzigen Absturz bis heute.
 
Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn Sie vom Berg herunter kommen?
 
Ich freue mich auf die Entspannung danach - hinsetzen und einfach alles fallen lassen. Meistens trinke ich danach einen Kaffee und lasse die Bergtour ganz entspannt ausklingen. Ein gemütlicher Ausklang hat einfach etwas Schönes, womit ich mich selbst nach der Anstrengung belohne.
 
Schnell oder langsam?
 
Ich bin vom Typus her eher schnell unterwegs, weshalb ich lernen muss langsamer zu sein. Ich glaube, dass man situationsbezogen unterscheiden muss. Manchmal ist schnell zu sein gut, es kann aber auch gefährlich sein. Und manchmal bedeutet langsam zu sein, dass es in dem Moment richtig ist. Es ist einfach wichtig ein gutes Gespür für die jeweilige Situation zu entwickeln.


Warum coachen Sie?

Ich möchte andere Menschen stärker machen und sie mit meinen Erfahrungen, mit meinem Wissen unterstützen, damit sie etwas Tolles leisten können. Anderen Menschen dabei zu helfen, innerlich zu wachsen, stellt für mich wie auch für diese Person eine Form von Glück dar. Und das anderen zuteilen zu können, bedeutet für mich Coaching bzw. Beratung.

Worin haben Sie sich in den letzten zehn Jahre am meisten geändert?

Ich denke, im Aussehen habe ich mich verändert (lacht). Ich bin ein bisschen langsamer und auch etwas ruhiger geworden. Ansonsten habe ich mich noch ausführlicher mit altem Wissen und alten Weisheiten beschäftigt, als ich es ohnehin schon getan habe.

Ist Mode für Ihr Selbstvertrauen wichtig?

Fürs Selbstvertrauen nicht unbedingt. Obwohl ich es für meine beruflichen Aufgaben wichtig finde, gut angezogen zu sein. Ich möchte meinen Partnern und Kunden einfach „ordentlich“ gegenübertreten, so gesehen ist Mode für mich wichtig.

Was gefällt Ihrer Frau an Ihnen am besten?

(Lacht) Sie sagt immer, mein Humor. Die Gewissheit, dass sie mir völlig vertrauen kann und dass ich flexibel bin um mich spontan auf neue Situationen einstellen zu können.

Für wen kaufen Sie Ihre Kleidung?

Für mich selbst und für die Arbeit. Generell möchte ich mich in meiner Kleidung einfach wohlfühlen. Anzüge trage ich fast nur beruflich, privat mag ich es eher legerer. Aber meine Anzüge wie auch meine Privatkleidung sind fast ausschließlich vom Reyer (lacht).

Mode ist...?

... Reyer. Für mich ist Mode etwas Nettes, es ist zwar nicht zwingend notwendig, aber ich habe es sehr gerne. Und ich verbinde Mode tatsächlich mit Reyer (lacht).

Vielen Dank für dieses Interview.