Im Interview: das capemädchen

Als vor einigen Tagen die farbprächtigen Capes von das capemädchen in unser Office eintrafen, war es um uns geschehen. Das launische Sommerwetter lud förmlich dazu ein sich in die kuscheligen Capes einzuhüllen. Eine Anziehungskraft, über die wir uns einmal genauer mit Cape-Designerin und Wahl-Berlinerin Josephine Gaede unterhalten haben. Ein Interview über die „Faszination Cape“ und den selbstverständlichen Stil der Hauptstädterinnen...

Josephine Gaede aka "das capemädchen"
Josephine Gaede aka "das capemädchen"

Josephine Gaede, Sie leben in Berlin? 

Ja, bereits seit fünf Jahren. Mittlerweile würde ich mich sogar schon als Berlinerin bezeichnen, wenn man das sagen darf. (lacht) 


Sie haben in der Hauptstadt Jura studiert, bis ein Italienurlaub Ihre berufliche Zukunft verändert hat…

Genau, eigentlich wollte ich eine juristische Laufbahn einschlagen. Bei einer Italienreise am Comer See habe ich dann ein Wollcape in einem kleinen Laden entdeckt, das ich sofort kaufen musste. Auf mein neues Cape haben mich dann so viele Freunde angesprochen, dass ich meinen Vater beauftragte gleich mehrere Exemplare nachzukaufen. Erst waren sie das perfekte Geschenk für Bekannte und Familie, später habe ich sie dann auch verkauft. Aus der Leidenschaft wurde Liebe und aus der Idee ein Geschäft. das capemädchen habe ich dann drei Jahre parallel neben meinem Studium aufgebaut. Dabei standen mir meine Freunde zur Seite – bis heute unterstützen sie mich – ob als Model oder Fotograf.


Sie konzentrieren sich ausschließlich auf das Designen eines Kleidungsstücks. Was macht für Sie die „Faszination Cape“ aus?

Zum einen liebe ich Läden, die sich ausschließlich auf ein Produkt spezialisieren. Mich beeindrucken Marken, die sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und nicht von kurzen Trends aus der Ruhe bringen lassen. Sich auf eine Sache zu fokussieren – das will ich mir beibehalten. Ich werde dem Cape immer treu bleiben – bei den Farben, Mustern und Schnitten kann ich mich dann als Designerin austoben.

Zum anderen ist es für mich ein unvergleichbar wandelbares Modeaccessoire. Wenn meine Freundinnen ein Cape tragen, sieht es bei jeder anders aus. Es ist individuell und lässt Raum für Persönlichkeit. Es stellt sich nicht wie ein Mantel in den Vordergrund, sondern seine Trägerin. Das ist es, was ich mag. Zudem schmeichelt es jeder Frau, jeden Alters und jeder Figur. Das Cape ist einfach ein Allroundtalent, das dazu noch unglaublich zeitlos ist. 


Wie kam es zu dem schönen Label-Namen? 

Der Name war eigentlich schnell gefunden. Ich wollte etwas, was verständlich ist und sofort erkennbar macht, um was es sich bei dem Produkt handelt. Da lag es auf der Hand das Cape beim Namen zu nennen. Und „Mädchen“ resultiert daraus, dass ich das Label in meinen 20er Jahren gegründet habe. Da habe ich mich sehr mädchenhaft gefühlt – obwohl sich meiner Meinung nach auch eine ältere Frau noch immer als Mädchen fühlen kann, oder?


Berlin ist ja ein Schmelztiegel unterschiedlichster Modestile, wie würden Sie Ihren persönlichen Kleidungsstil bezeichnen? 

Das ist gar nicht so einfach. Vor einigen Jahren war ich noch total „Mädchen". Mit Minirock, Strumpfhose und Gummistiefeln. Sehr experimentell würde ich sagen. Heute bin ich da cleaner, eleganter und auch puristischer. Derzeit liebe ich es verschiedene Muster zu mixen – im Gegensatz zu damals bin ich heute aber viel durchdachter in dem was ich trage.

 

Was ist Ihrer Meinung nach modisch gesehen „typisch Berlin“. Genauer: was ist das „gewisse Etwas“, was den Berliner Kleidungsstil ausmacht? 

Die Berlinerin ist mutig! Das ist wohl das signifikanteste. Ganz selbstverständlich trägt sie die schicksten Sachen mit einer großen Lässigkeit. Das finde ich klasse!

 

Und wie würde das typische Berliner Mädchen das Cape stylen?

Die typische Berlinerin trägt es locker um den Hals geschlungen, nie drapiert. Es fällt wie es gewickelt wurde. Sie kombiniert es mit bequemen Turnschuhen – über Proportionen macht sie sich keine großen Gedanken. Diesen Look habe ich erst neulich an einem Mädchen in der U-Bahn gesehen. Ganz frech ohne große Anstrengung verlieh sie dem Cape eine Selbstverständlichkeit, die cool und lässig war. Ich freue mich immer über derartige Begegnungen. 

 

„Last but not least“: Welches ist Ihr aktuelles Lieblings-Cape?

Die Indianer Capes aus der aktuellen Kollektion! Besonders mag ich das grüne Modell mit den blauen Lederfransen - dazu eine Jeans, und fertig ist der Look!