Im inTERVIEW: alexandra Meissnitzer

Alexandra Meissnitzer zählt zu Österreichs besten Skirennläuferinnen. Nach dem Ende ihrer Profikarriere ist sie dem Skizirkus als ORF Kommentatorin dennoch treu geblieben. Neben ihrer Liebe zum Sport ist Mode ihre große Leidenschaft, insbesondere wenn sie von Reyer stammt, wie uns die Olympia Medaillengewinnerin im exklusiven Interview verraten hat.

Alexandra Meissnitzer im Gespräch bei Sport & Mode REYER in Hallein
Alexandra Meissnitzer im Gespräch bei Sport & Mode REYER in Hallein

Was verbindet Sie mit REYER – Sport oder Mode?
 
Eigentlich beides sehr stark. Ich glaube, das Modehaus Reyer zeichnet sehr stark aus, dass man von Sportmode bis hin zum Abendkleid alles findet. Man findet immer besondere Kleidungsstücke, bei denen man das Gefühl hat, dass sie nicht in jedem zweiten Kleiderschrank hängen. Für mich macht es die Vielfalt aus.
 
Sind Sie beeinflussbar?
 
(lacht) Ich bin schon offen für Vorschläge. Es gibt aber auch Dinge, von denen ich genau weiß, das ist jetzt nicht Meins!
 
Lassen Sie sich lieber von einem Mann oder einer Frau beraten?
 
Ich bin bis jetzt noch nicht oft von einem Mann beraten worden. Shopping ist eher ein Frauenthema. Es gibt schon auch Männer, die viel für Mode über haben, speziell Verkäufer, aber für mich ist es eher etwas wo ich mich mehr auf die Meinung von Verkäuferinnen oder Freundinnen verlasse.
 
Was ist Ihrer Meinung nach das Statussymbol dieser Zeit?
 
Alleine das Wort „Statussymbol“ – braucht es das? Ist das nur materiell? Was ich immer wieder in meinem Bekanntenkreis feststelle, wo doch jeder sehr viel arbeitet, ist, dass es die Zeit ist, auf die es ankommt. Wenn man entspannte Stunden mit geliebten Menschen verbringen kann, dann ist das viel wichtiger und immer mehr wert als beispielsweise ein noch größeres Auto. Genießen oder Herunterkommen zu können, ist heute viel wert.
 
Halten Sie Versprechen, die Sie einmal gemacht haben?
 
Habe ich irgendetwas gesagt, was ich nicht gehalten habe? Ich bin grundsätzlich sehr sparsam mit Versprechen, aber wenn ich etwas versprochen habe, dann stehe ich dazu. Für mich ist ein Ja ein Ja. Oder gibt’s was? (lacht) Nein, ich bin keine Plaudertasche. Es gibt die notorischen Absager, aber das bin ich nicht ... sonst wären wir nicht hier!

Skischuh oder Snow Boot?
 
Beides auf jeden Fall. Vorher Skischuhe und danach bequeme Snow Boots. Nach dem Skifahren sind meine Füße meist sehr kalt und dann muss ich in die Kommentatorenkabine. Da brauche ich dann warme Schuhe (liebäugelt mit den Boots von Ikkii neben sich; Anm.). Diese hier sind wie dafür gemacht.


Welcher Sport raubt Ihnen noch immer den Atem?

 
In erster Linie der Sport, den ich mache! Die Kamerafahrt raubt mir schon manchmal die Puste, gerade bei den ersten Rennen. Aber Sport im Generellen, weil ich weiß was dahinter steckt. Freeriden ist auch so ein Thema: über Felsen zu springen, einfach diese schrägen Sachen. Ich bin auch mit 140 km/h Ski gefahren, aber ich denke, das ist dann nochmal etwas anderes.
 
Talent oder Disziplin?
 
Disziplin. Talent ist Grundvoraussetzung. Um gut zu sein braucht man Talent oder Stärke, wie ich es nenne. Ich glaube es gibt viele Talente in unterschiedlichen Bereichen, die nicht an die Spitze kommen, weil es ihnen an Disziplin fehlt.
 
Jung oder alt?
 
Die Kombination ist spannend. Wenn die Jüngeren mehr auf die Älteren hören und die Älteren auch von den Jungen etwas annehmen würden, dann wäre es ideal. Ich bin ja quasi im Moment im Mittelalter (lacht). Gerade im Sport treffen hier zwei Fronten aufeinander, woraus etwas Großes entstehen könnte.
 
Am Berg oben oder lieber unten im Tal?
 
Ich glaube jeder ist gerne am Berg oben – sinnbildlich gesprochen. Von oben hast du einfach einen guten Überblick. Und du hast die schönen Sachen vor dir, wie z.B. das Runterfahren. Aber wenn man es ummünzt, dann ist es auch gut z.B. Verletzungen gehabt zu haben. Für mich war dadurch der Ausstieg aus dem Profisport viel leichter. Damit kämpfen jetzt andere. Ich brauche nicht immer einen Pokal oder Applaus – mein jetziges Leben ist deshalb sicher nicht weniger spannend.

1. Begeisterte Skifahrer unter sich: Karl Reyer und Alexandra Meissnitzer 2. Alexandra Meissnitzer beim Probieren ihrer neuen Ikkiis 3. Alexandra Meissnitzer beim Shopping im Hause REYER


Würden Sie Ihr Leben noch einmal gleich leben?
 
Ja, schon. Wer die Möglichkeit hat, etwas im Leistungssport zu machen sollte es auch tun. Werte werden spielerisch vermittelt: Konsequenz, Pünktlichkeit, Disziplin gehören beispielsweise dazu. Ich war mit 17 Jahren im Sommercamp in Argentinien. Ich durfte dort wunderschöne Momente erleben. Es gibt Menschen, die reden von Entbehrungen, aber ich habe lieber solche Dinge erlebt, als „nur“ lässige Disconächte.
 
Für welche Lieblingsmarke würden Sie gerne modeln?
 
Es gibt natürlich Träume. Das Gute ist, dass ich mir meine Ausstatter jetzt selber aussuchen kann. Da arbeite ich bereits mit guten Marken. Aber was ich immer wieder leer kaufen könnte, sind Sachen von Brunello Cucinelli oder Fabiana Filippi – ich mag dabei die Erdtöne. Da würde ich gerne mal was machen.

Rock oder Hose?
 
Im Alltag gerne Hose so wie jetzt. Und dann kommt es auf den Anlass an. Aber bei Events oder Veranstaltungen trage ich gerne Kleider. Ein kurzes Cocktailkleid ist mir dabei am liebsten.

 


Worauf schauen Sie zuerst beim ersten Treffen?
 
Auf die Augen! Ich finde die sagen am meisten aus, ob jemand herzlich ist, ob Wärme herüberkommt und ob sie strahlen.
 
Schnell oder langsam?
 
Schnell. (schnelle Antwort mit Lachen, Anm.) Zu schnell? Ich habe auch Tage, da bin ich langsam am Weg, aber mich reizt das Tempo. Schnell Autofahren (nicht im öffentlichen Verkehr), schnell Skifahren – Speed hat schon was!
 
Können Sportler sich kleiden?
 
Wenn sie zum Reyer gehen, können sie schon (lacht). Wenn sie gut beraten werden... Es geht mir auf die Nerven, wenn jemand in eine Schublade gesteckt wird. Im Damensport gibt es jetzt viele Möglichkeiten und es findet ein großes Umdenken statt, wie man z.B. im Tennis sieht. Wenn Damen dabei sind, die sich gut anziehen können, lässt sich das auch gut verkaufen.
 
Clutch oder große Handtasche?
 
Große Handtasche. Mit einer Clutch hast du immer das Problem, dass man nichts hinein bekommt. Wenn die Puderdose schon zu groß ist und man eh nur mehr die Kreditkarte mitnehmen kann... Nein, lieber große Handtasche.

Freeride oder gesteckter Kurs?

Es hat beides seinen Reiz, aber Freeriden hat einfach irrsinnig viel mit Freiheit zu tun. Es gibt keine Vorgaben, es ist einfach anders.

Après-Ski oder lieber aufwärmen?

Bis ich 35 war, war es das Aufwärmen und seitdem ich aufgehört habe Après-Ski. Das gefällt mir schon. Aber ich muss schon sagen, was wir in Österreich in puncto Après-Ski bieten, ist schon top.

Mode ist...?

Ich denke Leidenschaft. Ich finde, dass Mode hilft. Bei den ersten Rennen, bei denen ich noch aufgeregt bin, ziehe ich meine Lieblingsgarnitur an, weil ich dann sattelfest bin. Oder auch bei Vorträgen, wenn ich nervös bin und ich weiß, dass ich schön angezogen bin, dann hilft mir das. Da kann man ruhig mal einen Hänger haben, das fällt dann einfach nicht so auf...!

Vielen Dank für dieses Interview.